SeminarSitzung: 07. Juni 2004 

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0. Jugendbücher im Unterricht - Literaturprojekt
Zur Vorbereitung lesen bitte alle den Beitrag: Manfred Huth / Manfred Zierott: Die Rucksackbücherei. Eine Alternative im Umgang mit Ganzschriften im Unterricht. In: Bildungsarbeit in der Zweitsprache Deutsch 3/1997, S. 31-38.
Der Beitrag ist online einzusehen unter: http://www.manfred-huth.de/fbr/rucks/ru-se-sp.html#ruck2 
oder herunterladbar von der Seite downloads unserer SeminarHomepage.

 

 1. Kinder- und Jugendliteratur - neuere didaktisch-methodische Ansätze

·         Zur Didaktik epischer Langformen

·         Jörg Knobloch: Der Stellenwert der Kinder – und Jugendliteratur bei Maria Montessori und Celestin Freinet
Refent: Henning Langer

2. TRIKONT-Bilderbücher - Didaktik und Methodik
Referentinen: Miriam Haarhaus + Nadia Benfares
Unter http://www.volkswagen-stiftung.de/presse-news/presse02/19062002.htm findet sich eine Me
ldung, die das Referat-Thema gut ergänzt.

Im Anschluss an die SeminarSitzung:

Besprechung mit der UnterrichtsGruppe, Klärung formaler und inhaltlicher Fragen

Verantwortlich für die Gestaltung der Sitzung: Nieves Becker + Henning Langer / Miriam Haarhaus + Nadia Benfares / Manfred Huth


 Handlungs- und Produktionsorientierter Unterricht

Literatur:

- 1. Hans-Joachim Winzer: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht - ein Überblick. Heft 194/93.

- 2. Valentin Merkelbach: Zur Didaktik epischer Langformen. In: Romane im Unterricht. Lektürevorschläge für die Primarstufe. Schneider-Verlag. 1999.

- 3. Berndt Kast: Literatur im Anfängerunterricht. In: Fremdsprache Deutsch. H11 (2/1994).

- 4. Monika Greiwe, Manfred Huth: Das Literaturprojekt mit dem Rucksack. In: PRIMAR 18/98.

- 5. Manfred Huth, Manfred Zierott: Die Rucksackbücherei. In: Bildungsarbeit in der Zweitsprache Deutsch,  3/ 1997, S. 31-38.

1. Theorie

Noch bis Ende der 60er Jahre waren sich Literaturdidaktiker einig darüber, dass es im Literaturunterricht um das Vermitteln von literarischen Fähigkeiten anhand "höherer" Literatur ginge. Dann setzte nach und nach ein Umdenken ein und eine Reihe von Pädagogen, u.a. Frommer, Haas, Rupp, Waldman, Spinner und Ingendahl, entwickelten handlungs- und produktionsorientierte Verfahren. Heutzutage wird wohl von den meisten die Auffassung vertreten, dass Literaturunterricht im Idealfall literarische Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln soll und sich an den Wünschen der SchülerInnen orientieren sowie zum Lesen motivieren soll.   

Bei handlungs- und produktionsorientierten Verfahren geht es darum, die "eigene konkrete literarische Rezeption bewußt[zu]machen, [zu] objektivieren und mit dem Ausgangstext des Autors [zu]konfrontieren" (RUPP). Die Handlungs- und Produktionorientierung darf nie zum Selbstzweck verkommen.

Fazit: Es ist sicherlich unumstritten, dass es das Ziel des Deutschunterrichtes sein muss, Kompetenz zur Interpretation im Sinne von Auslegen, Deuten und Verstehen zu initiieren. Dieser traditionelle analytische Zugriff soll durch handlungs- und produktionsorientierte Verfahren ergänzt werden, wobei die Handlungs- und Produktionsorientierung nicht bloßen Unterhaltenswert haben soll, sondern im Dienste eines vertiefenden Verstehensprozesses steht (vgl. BERGER/ POTTEBAUM).

2. Rucksackbibliothek

Kurzbeschreibung: Als Basisausstattung wird eine Reihe von ausgewählten Lektüren benötigt. In der Lesephase wählen die SchülerInnen eine Lektüre aus und lesen sie, wobei sie ein parallel ein Lesetagebuch erstellen. In der Produktionsphase setzen die SchülerInnen in Einzel- oder Gruppenarbeit ihre erworbenen Kenntnisse produktiv um. In der Aktionsphase stellen die SchülerInnen ihre Arbeitsergebnisse vor (und übergeben die Bücher ggf. an eine nächsten Gruppe) [vgl. auch Literaturangaben oben, 4. und 5.].

Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass diese Art von Literaturunterricht offensichtlich hochmotivierend für die SchülerInnen ist, u.a. weil sie sich ein Buch nach Interessenlage auswählen können und Lernen funktional motiviert ist und nicht belehrend. Der Genuss wird nicht durch kleinschrittiges Anlysieren zerstört und es werden nur Fragen beantwortet, die sich der einzelne auch selbst wirklich gestellt hat. Die SchülerInnen können sich bei der Erstellung ihrer Produkte auch ihre kreativen Stärken zu Nutze machen und Schwächen so ausgleichen.

Jede/r LeserIn hat das Recht, einen Text verschieden zu verstehen und zu empfinden. Für den Zweit- bzw. Fremdsprachenunterricht sollte jedoch speziell darauf geachtet werden, dass unterschiedliche Rezeptionen nicht auf (sprachlichen) Mängeln oder eingeschränkten (sprachlichen) Kompetenzen beruhen. Diese gilt es sonst zu er-/bearbeiten.     

Nieves Becker


 

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